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Berichte zum 22. Internationalen Lambertz-Springen 2009 in Aachen


Donay springt im Duo auf Platz 1

 

Der Aachener gewinnt synchron vom Brett mit seinem Berliner Partner


Aachen. Synchronspringen war schon immer eine Stärke der deutschen
Wasserspringer. Auch beim Lambertz-Springen in der Aachener
Ursula-Klinger-Halle ist das nicht anders. Zum Auftakt des viertägigen
internationalen Wettkampfs setzte sich das neu "zusammengewürfelte" Duo
Benedikt Donay und Oliver Homuth klar durch. Der 16-jährige Aachener und
sein Berliner Partner gewannen vom Drei-Meter-Brett mit 302,55 Punkten Denis
Meleshenkov/Mikhail Mayorov (Russland/293,10) und dem italienischen Duo
Tommaso Rinaldini/Maicol Scuttari (283,90).
Vom Drei-Meter-Brett musste sich Donay diesmal allerdings der
internationalen Konkurrenz bei den Jungen A geschlagen geben. Als
Vorkampf-Achter verbesserte sich der Aachener noch auf Rang 4, sprang nur um
2,3 Punkte an einem Podestplatz vorbei. Christian Wolf (23.) und Timo
Walldorf (32.) schieden aus.
Gut lief es vom "Dreier" für die beiden Aachener Timo Barthel und Alexander
Schäfer, die zusammen im Synchronspringen Rang 12 belegt hatten. Schäfer
hatte sich als Siebter für das Brett-Finale locker qualifiziert, während
Barthel als Vorkampf-Zwölfter so gerade noch reinrutschte. Im Finale
steigerte sich der 13-Jährige jedoch und belegte gleich hinter Schäfer
(389,35) mit 385,25 Punkten Rang 8. Alexander Lube schied als 24. im
Vorkampf aus. Dieses Schicksal teilte Barthel als 13. vom Turm. Wie erwartet
kam das Vorkampf-Aus auch für die zehnjährige Christina Wassen, die sich bei
der Jugend-B vom "Dreier" als 24. aber gut hielt.
Heute und morgen geht es jeweils um 9 Uhr weiter. (rau)

Quelle: Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung


Kür ist besser als die Pflicht

 

Die 23. Auflage des Lambertz-Springens ist schon in Vorbereitung. Benedikt
Donay springt in alle Finals, kann aber nur synchron vom Brett gewinnen.

 

Aachen. Eins vorweg: Die selbst gesteckten Ziele hat er alle erreicht,
trotzdem war Benedikt Donay nicht wirklich zufrieden. Denn das 22.
internationale Lambertz-Springen ist für die jungen Wasserspringer eine
Standortbestimmung mit Blick auf die Jugend-Europameisterschaften Ende Juni
in Budapest. Und da hatte der 16-jährige Aachener in der heimischen
Ursula-Klinger-Halle gleich ein Zeichen setzen wollen. Das gelang nicht
ganz: Nach dem Sieg im Brett-Synchronspringen an der Seite seines Berliner
Partners Oliver Homuth gelang ihm in den Einzelwettbewerben nicht der
erhoffte Sprung aufs Treppchen. Platz 4 vom Ein-Meter, Platz 5 vom Turm und
nur Platz 12 vom Drei-Meter-Brett lassen noch viel Luft nach oben.
"Ja, ja, die leidige Pflicht", seufzte sein Trainer Alex Neufeld. "Benedikt
muss noch mehr Geduld bei den Pflichtsprüngen aufbringen. Er will aber
lieber sein Können in der Kür zeigen." In der Pflicht hatte der Aachener
wichtige Punkte vom Einer vergeben, sich dann aber im Finale auf Rang 4
vorgearbeitet. Ähnlich lief es vom höheren Brett, nur diesmal gelang die
Aufholjagd nicht, da zwei Sprünge nicht gelangen. "Wir wissen, woran wir
noch arbeiten müssen", blickt Neufeld voraus. Denn in zwei Wochen ist die
Jugend-DM gleichzeitig die JEM-Qualifikation.
Dagegen strahlte Alexander Schäfer. "Er hat Timo Barthel zum ersten Mal
geschlagen, das war toll", freut sich sein Trainer mit ihm über Platz 7.
Barthel ist allerdings noch C-Jugendlicher und durfte bei den "Großen"
mitspringen. Ebenso wie die erst zehnjährige Christina Wassen und der
13-jährige Alexander Lube. "Ich habe Alexander den Start als Belohnung
versprochen, wenn er zwei neue Sprünge trainiert", sagt Trainerin Anne
Hofmann lachend. Es funktionierte. Wie Wassen durfte Lube so erstmals
internationale Atmosphäre schnuppern und Erfahrung sammeln. "Das haben beide
ganz prima gemacht", freute sich ihre Trainerin über die beiden.
Der Nachwuchs aus 21 Nationen war an den Start gegangen, doch insgesamt lag
das Niveau ein wenig unter dem der Vorjahre. "Das ändert von Jahrgang zu
Jahrgang. Auch andere Nationen haben zu kämpfen wie wir in Deutschland",
notierte Organisator Hans Alt-Küpers, der sonst sehr zufrieden war, auch
wenn das kleinere Neptun-Aufgebot nicht so erfolgreich wie in den Vorjahren
war. Alt-Küpers bastelt bereits an der 23. Auflage, in die die
100-Jahr-Feier des SV Neptun eingebunden werden soll. "Da hätten wir dann
auch gerne die Chinesen und die USA wieder am Start."

Quelle: Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung


Wasser ist Christina Wassens Element

 

Die zehnjährige Aachener Springerin startet heute vom Drei-Meter-Brett

 

Aachen. "Puh, ist das warm hier", stöhnt Christina Wassen. Ihr Blick wandert
sehnsüchtig hinüber zu den Einlaufkindern, die mit ihren Sprüngen das 22.
internationale Lambertz-Springen gerade eröffnet haben und ins kühle Nass
eintauchen. "Zum Glück dauert es nicht mehr lange, bis ich auch ins Wasser
darf", freut sich die kleine Springerin des ausrichtenden SV Neptun Aachen
auf ihr Debüt.
Dass die Zehnjährige heute vom Drei-Meter-Brett starten darf, ist nicht
selbstverständlich. Denn normalerweise würde sie noch an den Wettkämpfen der
D-Jugendlichen teilnehmen. Doch diese Altersklasse wird beim Aachener
Nachwuchsspringen nicht ausgetragen. Deshalb darf sie bei den vier Jahre
älteren B-Jugendlichen ihre ersten internationale Erfahrungen sammeln.
"Das ist schon etwas Besonderes. Christina ist ein Ausnahmetalent und hat
sich das verdient. Sie bringt die besten koordinativen Voraussetzungen mit",
schwärmt ihre Trainerin Anne Hoffmann. Seit sechs Jahren betreut sie
Christina mittlerweile, "nach zwei Wochen war mir klar, dass wir sie aus der
Hobby-Sportgruppe raus nehmen und in die Leistungsgruppe stecken müssen".
Und auch dort wusste der kleine Wasserfloh zu überzeugen: Beim
internationalen Talente-Cup in Aachen gewann sie 2008 sowohl vom "Einer",
als auch vom Turm ­ und das bei den C-Jugendlichen! "Sie ist eine richtig
gute Pflichtspringerin", kennt Hoffmann das Geheimnis des Erfolgs ihrer
Nachwuchsathletin. Dabei sind es eigentlich die Kürsprünge, die Christina
erst so richtig Spaß machen. "Weil man dabei mehr in der Luft ist und sich
so schön dreht", sagt sie mit einem verschmitzten Grinsen.
Ihr großes Vorbild befindet sich sogar noch häufiger in der Luft: der
Olympia-Zweite Sascha Klein. "Mit ihm zu trainieren, ist für sie das
Größte", berichtet ihre Mutter. "Als Sascha mitten in der Nacht in Peking
gesprungen ist, wollte sie unbedingt wach bleiben. Aber das ging natürlich
nicht."
Mittlerweile hat Christina, die sechs Mal in der Woche zum Training in der
Ulla-Klinger-Halle erscheint, auch ihre kleine Schwester mit ihrer
Leidenschaft angesteckt. "Wasser war schon immer ihr Element. Elena ist auch
schon ganz begeistert vom Wasserspringen", berichtet Bettina Wassen. Für den
Wettkampf vom Drei-Meter-Brett rechnet sie ihrer Tochter keine großen
Chancen auf die Finalteilnahme aus. "Das Wichtigste ist ohnehin, dass sie
Wettkampferfahrung sammelt und die Atmosphäre kennen lernt."
Das Funkeln in Christinas strahlenden blauen Augen verrät aber, dass sie
sich viel vorgenommen hat. Zumindest für die Zukunft. Der Anfang ist
jedenfalls gemacht.

Quelle: Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung